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Heil und Heilung in einer diakonischen Kirche

Internationale Studienkonferenz des IDZ tagte in Lourdes

Bild vergrößern Alle vier Jahr lädt das Internationale Diakonatszentrum (IDZ) zu einer Studienkonferenz ein. Mehr als 200 Diakone, Ehefrauen und Diakonatsverantwortliche aus 30 Ländern folgten am 7. bis 10. September der Einladung und reisten nach Lourdes. Das Thema «Heil und Heilung in einer diakonischen Kirche» stand dieses Jahr im Zentrum der viertägigen Konferenz.
Kein zufälliger Tagungsort
Der Tagungsort Lourdes unterstrich das Thema durch seine besondere Ausstrahlung. «Hier in Lourdes stehen die kranken oder behinderten Menschen im Zentrum. Wir, die Gesunden, dienen ihnen und begegnen so Christus», erklärte der Ortsbischof Nicolas Brouwet in seinem Grusswort. Die Atmosphäre von Lourdes verhinderte ein intellektuelles Abheben. Kardinal Tagle, Philippinen, mahnt eine dienende Kirche an Kardinal Tagle, Philippinen, mahnt eine dienende Kirche an Hauptreferent war der philippinische Kardinal Louis Antonio Tagle, Erzbischof von Manila und Präsident von Caritas Internationalis. In seinem sehr lebendigen und engagierten Vortrag rief er die diakonische Kirche auf, gegen den Ausschluss von immer mehr Menschen aus der Gesellschaft anzukämpfen, in der immer weniger Menschen immer mehr besitzen. Das bedeutet aber für die Kirche, dass sie sich vermehrt nach unten orientieren muss. Er erinnerte die versammelten Diakonatsverantwortlichen, Bischöfe und Priester, Vertreterinnen der Schwetserkirchen, Diakone und Ehefrauen, dass die beiden englischen Wörter human (menschlich) und humus (Humus) miteinander verbunden sind. Die Kirche muss wagen, näher an den Boden (Humus) zu gehen, um näher bei den Menschen zu sein. Der Kardinal schlug auch vor, künftig Bischöfen bei der Weihe «eine Schüssel Wasser und ein Handtuch» zu überreichen. Dies solle an den Auftrag Jesu erinnern, sich zu bücken und Armen, Kranken und Ausgegrenzten die Füße zu waschen.
Diakonat als Chance für die Ökumene
Das Diakonat ist ein Amt, das in vielen lutherischen, evangelischen, anglikanischen, aber auch orthodoxen Kirchen gelebt und auch studiert wird. Das IDZ pflegt Kontakte zu Diakonatsnetzwerken wie Diaconia World Federation. Als Referent sprach deshalb auch der ev.-lutherische Theologe Dr. Kjell Nordstrokke. Als Experte für Diakonie sprach er sich für eine diakonische Kirche aus. Diakonie versteht er als Heilung des sozialen, aber auch des religiösen Ausschlusses. Kjell Nordstokke, Norwegen, spricht aus evangelisch-lutherischer Perspektive Kjell Nordstokke, Norwegen, spricht aus evangelisch-lutherischer Perspektive Der Diakon – und in seiner Perspektive auch die Diakonisse – sind dabei die «go-betweens», die vermitteln und verbinden. Seine Ausführungen zeigten deutlich, dass wir in vielen Bereichen sowohl die katholische wie die evangelische Kirche vor denselben Fragen stehen und viel voneinander lernen können. Diakonie ist also eine Chance für die Ökumene.
Im Dienst der Wiedereinführung des Diakonates
Das Internationale Diakonatszentrum (IDZ) ist ein Verein mit über 1100 Mitgliedern aus 50 Ländern. Es fördert weltweit die Etablierung des Diakonats, vernetzt Diakonatsverantwortliche und entwickelt Ausbildungskonzepte. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst ist Schirmherr des IDZ. Weltweit gibt es rund 46.500 ständige Diakone.
Diakon Martin Brunner-Artho
Direktor von Missio und Delegierter des IDZ.


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